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Fisuurenversiegelung

Was ist eine Fissurenversiegelung?

Die Karies an den Kauflächen der Backenzähne ( Molaren ) ist die häufigste Form der Karies bei Kindern. Bis etwa zum 13./ 14. Lebensjahr konzentriert sich der Kariesbefall mit 60 bis über 90% auf die Fissuren der bleibenden Molaren.

Die Oberfläche der Molaren, d.h. die okklusalen Fissuren und Grübchen, stellen aufgrund ihrer komplexen Anatomie eine Prädilektionsstelle für die Entstehung von Karies dar.

Diese kariesgefährdeten Strukturen sind der Selbstreinigung entzogen und können nicht oder nur schwer von den Borsten der Zahnbürste erreicht und gereinigt werden.

Eine weitere Ursache für die Entstehung der Karies in diesem Bereich ist die geringe Schmelzdicke im Fundus der Fissuren und die fehlende posteruptive Schmelzreifung.
Letzteres bedeutet das nach erfolgten Zahndurchbruch durch lokale oder systemische Fluoridierung der Zahnschmelz durch die Einlagerung von Fluorid einen höheren Härtegrad und somit eine höherer kariesprotektive Wirkung aufweist.

Bei einer Fissurenversiegelung werden alle kariesanfälligen Fissuren und Grübchen von kariesfreien Zähnen durch ein fließfähiges Kompositmaterial verschlossen.

Die Aussage das es sich um eine effektive kariesprotektive Maßnahme handelt wurde kürzlich mit gesicherter Evidenz anhand eines systematischen Reviews ( Ahovo-Saoranta et al 2008 ) herausgearbeitet.

  

Welche Zähne sollten versiegelt werden?

Je nach anatomische Vorraussetzungen und dem individuellen Kariesrisiko wird die Indikation für eine Fissurenversiegelung gestellt.

Hierbei werden allle kariesgefährdeten Fissuren und Grübchen, wie sie insbesondere bei Molaren ( Backenzähne ) und seltener auch bei Prämolaren ( kleine Backenzähne ) vorhanden sind. Insgesamt besitzen wir jeweils 2 Molaren und Prämolaren auf jeder Seite in jedem Kiefer.

Die ersten Molaren brechen in einem Alter vom 5.-7. Lebensjahr durch.

Die zweiten Molaren in einem Alter zwischen dem 11.-13. Lebensjahr.

Wann sollte versiegelt werden?

Kariesanfällige Zähne sollten direkt nach erfolgtem Zahndurchbruch versiegelt werden.
Vorraussetzung hierfür ist, dass die gesamte Kaufläche des Zahnes sichtbar ist, sowie dass eine sichere Trocknung der gesamten Kaufläche, mit Hilfe absoluter oder relativer Trockenlegung, sichergestellt werden kann.

Verfahren und Ziel der Behandlung

Ziel der Fissurenversieglung ist die Umgestaltung eines plaqueretentiven Fissurenrelief in eine prophlyaxefähige Zahnoberfläche.

Die Undikation zur Fissuren und Grübchenversiegelung sollte nach einer kareisdiagnsotischen Untersuchung gestellt werden.

Für gesunde, plaqueretetive, kariesgefährdete und nicht von kariösen Läsionen betroffenen Fissuren und Grübchen ist die Indikation für eine Fissurenversiegelung gegeben.

Grundvoraussetzung ist die ausreichende Möglichkeit den Zahn vor Feuchtigkeit in der Mundhöhle zu schützen. Dies kann durch eine relative oder absolute Trockenlegung erfolgen.

Die absolute Trockenlegung erfolgt mit einem Kofferdamm ( Gummispanntuch ), welches an dem zu behandelnden Zahn fixiert wird.

Diese Isolation erfolgt vor allem bei den Backenzähnen des Unterkiefers. Hierzu kann eine kleine Betäubung notwendig sein.

Nach der Reinigung des Zahnes erfolgt eine Kontrolle der zu versiegelnden Fissuren mit KAVO DIAGNOdent und oder optischer Kontrolle mit einer Lupenbrille. Diese laseroptische Untersuchung dient der Unterstützung der Kariesdiagnose.

DIAGNOdent ist das Verfahren mit der höchsten Sensitivität und somit kann auch bei scheinbar intakter Zahnoberfläche eine beginnende Karies diagnostiziert werden.

Sollten Bereiche der Fissuren eine Veränderung aufweisen, erfolgt eine sogenannte erweiterte Fissurenversiegelung.

Je nach Ausdehnung der Karies wird hier eine Fissurenversiegelung oder eine Füllung vorgenommen. Ziel ist somit ein Verschluß von kariesgefährdeten Bereichen bzw. die Entfernung bereits kariöser Areale.


Nachsorge

Die früheren Bedenken, daß eine nicht festgestellte beginnende Karies unter der Versiegelung fortschreiten könnte, ist eindeutig wiederlegt.

Aufgrund des fehlenden Substratnachschubes, kann die Karies sich nicht weiter entwickeln, die Bakterien sterben unter einer intakten Versiegelung ab.

Trotz sorgfältiger Verarbeitung kann es vorkommen, dass Anteile einer Versiegelung verloren gehen.
Die häufigste Ursache hierfür ist, dass nach Abschluss der Behandlung und einer erfolgten Kontrolle der Okklusion (Biss) sich während des Wachstums andere Bissituationen einstellen und Areale einer Versiegelung durch einen Frühkontakt überlastet werden.

Aus diesem Grunde ist eine regelmäßige Nachkontrolle je nach Kariesrisiko ( 1-4 mal pro Jahr ) notwendig.
Bei Teilverlusten der Versiegelung ist eine Ergänzung notwendig.

Erweiterte Versiegelung

Neben der präventiven Fissurenversiegelung stellt die erweiterte Fissurenversiegelung eine modifizierte Technik dar.

Wird eine Initialkaries diagnostiziert ist die Indikation für eine erweiterte Fissurenversiegelung gegeben. Hierbei wird die kariöse Zahnsubstanz minimalinvasiv entfernt und mit einer kleinen Kompositfüllung versorgt.